Monsieur Claude und seine Töchter

Schön gelacht und die Zeit vergessen

Filmplakat

Monsieur Claude und seine Töchter
Quelle: Neue Visionen Filmverleih

Ich war gestern im Kino, im Freilichtkino am Kulturforum, in der Nähe des Potsdamer Platzes und der Philharmonie. Monsieur Claude und seine Töchter. Ich bin da voller Freude hingegangen, denn ich hatte schon Ausschnitte des angekündigten Films gesehen, bei meinem letzten Kinobesuch. Heute hab ich mitbekommen, dass das gestern eine  Previews war, der Film kommt ja erst morgen in die Kinos!!! Und ich kann euch nur sagen, geht alle hin, wenn ihr lachen möchtet! Aber Eins nach dem Anderen:

Sind wir nicht alle ein bißchen Rassisten?

Das Ehepaar Claude und Marie lebt in der französischen Provinz; er Rechtsanwalt mit gut gehender Kanzlei, sie Gattin mit Hang zum Katholizismus. Sie haben es zu einigem Wohlstand und vier erwachsenen Töchtern gebracht und leben in einer kleinen heilen Welt. Der Regisseur Philippe de Chauveron erzählt in seinem Film davon, unter welchen Druck die älteren Herrschaften geraten. Denn die Töchter heiraten nicht etwa den netten Jungen von nebenan. Nein, einer ist Jude, einer Moslem, der Dritte Chinese. Riten wie die Beschneidung von männlichen Babys, Speisevorschriften wie Koscher und Halal sowie die Bilder in ihren Köpfen bringen sie ganz direkt in Bedrängnis. Aber auch die Stänkereien unter den Schwiegersöhnen lassen den Familienfrieden erheblich erzittern.

Chor der Kulturen

Chor der Kulturen
Quelle: Neue Visionen Filmverleih

Und was macht die jüngste Tochter? Sie macht sie glücklich, sie hat einen Katholiken erwählt, oh Jesus, danke! Als er dann vor ihnen steht, platzt der Kessel wegen Überdruck, einfach herrlich, was dann so alles passiert. Den Schlüsselsatz „Sind wir nicht alle ein bisschen Rassisten?“, den kann ja jeder für sich beantworten. Im Film wird es jeden Fall deutlich, weil da der Jude und der Moslem gemeinsam über den Chinesen herfallen, jeder über jeden schimpft, sich der Chinese aber auch mal mit dem Moslem gegen den Juden verbündet etc.etc. .

Darf man das?

So locker mit gesellschaftlichen Klischees über Multikulti jonglieren oder geht das zu weit? Wo versteckt sich der alltägliche Rassismus und wird gefährlich? Kommt die eine Ethnie besser weg als die andere und wird damit bereits schon wieder Rassismus produziert?

Ich wisch die Fragen jetzt mal beiseite und empfehle euch diese wunderbare Komödie, denn lachen ist gesund. Und wenn jede/r Zuschauer/in sich über seinen eigenen Rassismus befragt, wäre das ok, wie ich finde.

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