Das Einhänder-Kochbuch

Das Einhänderkochbuch

Das mache ich doch mit links

Ich arbeite nun bereits 13 Jahre mit Kochbüchern. Viele sind durch meine Hände gegangen, gute und schlechte. Die Attribute gut oder schlecht, schön, toll oder oll haben mal mehr und mal weniger subjektive Hintergründe. Je länger man in dem Metier tätig ist, umso größer wird das Instrumentarium zum Bewerten eines Kochbuchs.

Beim vorliegenden Buch, dem Einhänderkochbuch, ist klar, es wird eine subjektive Betrachtung. Denn ich kenne sowohl die Co-Autorin, ziemlich gut, als auch den Autor, weniger gut. Ich kenne ihr Schicksal und ihre Kompetenzen.
Martina Tschirner, die Co-Autorin ist vielfache Kochbuchautorin, Redakteurin des     Slow Food Magazins und hat in meiner ehemaligen Kochschule Kochkurse gegeben. Nick, ihr Sohn und der Autor des Buches, hatte als Junge von ca.14 Jahren einen schweren Unfall und ist seitdem gehandicapt. Er erzählt in seinem Buch auch davon und warum er trotzdem kochen will. Und ich finde das hervorragend, im wahren Sinne dieses Wortes.

Beim Lesen des Buches und Durchstöbern der Rezepte wusste ich dann auch ganz schnell, dass ich mich nicht verbiegen muss nur um der Freundschaft willen. Nein, das Buch ist tadellos.

Die Einleitung hat naturgemäß eine eigene Note und ist auch für Leute, die mit zwei Händen kochen, sehr interessant. Es gibt eine ganze Reihe von ausgeklügelten Hilfsvorrichtungen für die Arbeiten in der Küche, die hier vorgestellt werden. Ohne diese Apparaturen wäre dieses Handwerk mit nur einer Hand nicht auszuüben.

Der Rezeptteil ist sehr übersichtlich und gut strukturiert. Schritt für Schritt wird erläutert, was zu besorgen ist, was wahrscheinlich bereits im Küchenschrank ist, welche Arbeitsmittel benötigt werden und welche Arbeitsschritte geleistet werden müssen. Die Auswahl der Rezepte ist richtig gut, wie ich finde, vor allem für junge Leute und AnfängerInnen. Mal sehen, vielleicht kann ich mal mit meinem Neffen ein Rezept ausprobieren und euch vorstellen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Infos über die verwendeten Produkte und Tipps zu den möglichen Variationen.

Der einarmige Captain Cook und sein Papagei, zwei kleine Comicfiguren, begleiten uns durch das gesamte Buch und man sollte ihre Kommentare, Fragen und Antworten nicht übersehen 😉 .

Ich finde, Nick hat da wirklich einen erstklassigen Job gemacht. Das Kochbuch ist gelungen und sauber durchdekliniert. Alle Achtung!

Nick Tschirner, Autor des Einhänderkochbuchs

Nick beim Kochen mit einer Hand
Foto: Stefan Abtmeyer

Fazit: Für Menschen, die nur einen Arm haben oder benutzen können und trotzdem gut und frisch kochen wollen und für alle zweiarmigen Menschen, die ihre ersten Versuche am Herd planen. Für alle Kocheinsteiger eine schöne Geschenkidee.

Eigenverlag
113 Seiten, zahlreiche Farbfotos von Stefan Abtmeyer
19,90 €

ISBN: 978-3-00-045859-0

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2 Gedanken zu “Das Einhänder-Kochbuch

  1. Tolle Idee so ein Buch. Das hätte meinem Vater nach seinem Schlaganfall auch gefallen. Er hat immer leidenschaftlich gekocht. Heute hat sich sein Zustand leider so verschlechtert, daß dieses prima Kochbuch bedauerlicherwise zu spät kommt.

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