Istanbul

Istanbul Kochbuch bei Dorling Kindersley

Türkische Küche – Traditionell orientalisch und modern mediterran

Ich bin regelmäßig im Berliner Stadtteil Moabit und spaziere die Turmstrasse hoch und wieder runter. Es gibt hier tolle türkische Bistros, sehr verlockend. Aber mehr faszinieren mich die türkischen Supermärkte mit ihren überbordenden Gemüsetischen auf dem Bürgersteig. Mit den eifrigen Verkäufern die ihre Waren wie ein Muezzin ausrufen: Billigbilligbillig! Und dann schaue ich, wie die molligen Frauen in ihren langen Kleidern und Kopftüchern die Tüten füllen und mich überkommt eine geheime Sehnsucht.

Einmal dabei sein

Vielleicht ist das ein allzu romantischer Wunsch, aber einmal in einer türkischen Familie mit am Tisch sitzen und mit ihnen essen. Ein Träumchen?! Vielleicht.

Wie auch immer, vor Kurzem habe ich das Kochbuch „ISTANBUL“ in die Hände bekommen und da war er wieder, dieser Traum. Haben die Macher meinen Wunsch gekannt? Ganz sicher nicht. Und trotzdem haben sie bei mir ins Schwarze getroffen. Zwei „alte Hasen“ des Kochbuchgeschäfts sind es, die sich hier auf eine Reise gemacht, die nicht nur mit einem Ortswechsel zu tun hat, sondern in die Tiefen einer Stadt und einer Kultur geht. Die unsere Neugierde einerseits bedient, andererseits aber auch weckt.

Andy Harris, Herausgeber des Jamie-Magazins und David Loftus, Jamie Olivers Lieblingsfotograf haben ganz ohne Zweifel den richtigen Riecher für gefragte Themen. Und so schreiben sie nicht einfach ein weiteres türkisches Kochbuch, sondern gehen auf Forschungsreise an den Bosporus. Das Ergebnis ist ein großartiger Reisebericht und gleichzeitig ein Kochbuch das Lust auf große Gelage macht und auf die unglaublich reiche und zugleich fremde wie vertraute Küche Istanbuls.

Rezepte aus einer zauberhaften Welt

Allein die Einführung zu lesen macht taumelig vor lauter Namen, Orten, Zutaten, Gerichten. Die Aufteilung in Frühstück, Streetfood+Snacks, Gemüse+Hülsenfrüchte, Fleisch+Geflügel, Fisch+Meeresfrüchte sowie Desserts sorgt für ein ziemlich authentisches Bild des Alltags. Ob man nun in Istanbul lebt, oder nur zu Besuch ist. Unterstrichen wird dieser Effekt auch dadurch, dass wir Menschen und Orte kennenlernen, die in der pulsierenden Stadt für Tradition stehen, für Gerichte oder Techniken, die es nur noch selten gibt. Die Autoren müssen wie Goldgräber durch die Stadt gepilgert sein um die Stätten auch jenseits des Mainstream ausfindig zu machen. Und sie listen nicht nur die Rezepte auf, sondern stellen uns die handelnden Personen mit ihren Geschichten vor. Das macht Spaß und hat einen hohen Mehrwert. Bravo, kann ich da nur sagen. Oder höchstens: nichts wie hin! Und wenn das nicht geht, dann wenigstens: nachgekocht! Wie wärs dazu mir dem Soundtrack von Crossing the bridge, dem Film von Fatih Akin über die Musik Istanbuls.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s