Streetfood auf Achse

Streetfood auf Achse

An einem Sonntag im Januar

Der 18. Januar 2015 war ein sonniger und kalter Sonntag, seit langem gab es mal wieder frische klare Luft in der Stadt. Wir kennen das, das Volk strömt dann gerne raus. Die Randberliner machen einen Ausflug in die Stadt, die Städter fahren ins Grüne. Viele gehen auch im eigenen Kiez spazieren. Normalerweise liegt der schöne Hof der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg den Spaziergängern dann ganz verschlafen  zu Füßen. An diesem Sonntag war es ein bisschen anders.

Von der Lust an der Last

Eine kleine Karawane war gelandet, schon sehr früh haben sie ihre Wagen auf den Hof gefahren, haben ihre Stände aufgebaut, hatten vorher schon eingekauft und geschnibbelt und gekocht. Voller Lust haben sie für ein paar Stunden eine grandiose Zwischenlandung hingelegt: für den Marktflecken „Streetfood auf Achse“. Ab 11 Uhr war es dann bereitet, das Mahl. Und die Gäste kamen und wie sie kamen. Zahlreich und hungrig. Es tummelte sich das Volk bei Januarsonne und Burger, Beef, Teigtaschen, Borschtsch etc., etc. Um mal ganz genau zu sein, gibt’s hier eine Übersicht aller Anbieter:

Fisch Art – Fischburger, Backfisch, Lachs, Forellen

Ulaan Baatar – Mongolische Teigtaschen

Martinelli – Porchetta (Spanferkel), Bruscetta

StrEAts – Vegan Food, gegrillte Sandwiches, Minikuchen, Snacks

Il Viandante – Pizza, Focaccio, Espresso

Pan Kowalski – Piroggen und Wodka

TocToc – Sommerrollen, gedämpfte Wantan, Wantan Suppe

Spice Jam – Tapiocas, Brazilian Food

Fabian Janiaud – Crepes und Galettes

Comtoir du Cidre – Cidre Steaks

Gourmet Istra – Eiernudeln mit frischen Trüffeln, Weine

Fräulein Kimchi – Koreanische Tacos, Kimchiramen Burger, Reiskuchen

La Criolla – Empanadas, argentinisches Gebäck, heiße Mate

Fino – Pralinentörtchen, vegane Schokolade, Espressomobil

Zapi – Zapiekanki (überbackenes Baguette), polnische Suppe

Kaizoku . Japanisches Curry, Yakitori

Barfußtheater – Gnocchi mit Salbei oder Pesto

Gorilla Barbecue – BBQ Burger Specials

Raclette Leopold – Feine Käse auf Brot

Eine wirklich gelungene Auswahl an Streetfood aus aller Welt.

Ein sympathischer Start mit guten Zukunftsaussichten

Nun ist ja das Thema Streetfood in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Veranstalter haben vorsichtig kalkuliert, man war sich nicht sicher, wie in Prenzlauer Berg auf ein solches Angebot reagiert wird. Immerhin gibt es ähnliche Märkte in Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln. Deshalb hielt man für den ersten Streetfoodmarkt in der Kulturbrauerei die Zahl der Händler in übersichtlicher Größe. Für die Händler war das toll, für die Gäste hieß es Schlange stehen. Ich selbst hatte gut gefrühstückt und war nicht besonders hungrig. Ich bekam hier und da Kosthäppchen von den Speisen meiner Freundinnen, die sich das Warten auf die frisch zubereiteten Gerichte mit dem köstlich aromatisierten Wodka von Pan Kowalski versüßten. Und diese Häppchen waren jede Minute warten wert.

Fazit: Wer hier nicht satt und glücklich vom Hof gegangen ist, gehört wohl eher ins Restaurant und muss dort für ähnlich frisches und qualitativ hochwertiges Essen mindestens das Doppelte bezahlen. Ist auch o.k., aber eben was anderes. Und so kann man nur hoffen, dass aus der Premiere eine schöne Tradition wird und die neue kulinarische Bohème Berlins seinen hungrigen und neugierigen Gästen frische Speisen in bleibender Qualität anbietet. Und dass die Gäste auch in Zukunft zahlreich erscheinen, denn auch eine kulinarische Bohème muss seine Brötchen bezahlen können.

Schon am 1.Februar wird es wieder heißen: Streetfood auf Achse. Mit größerem Angebot.

 

Fotos: Owen Freitag

 

 

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