Judith Samen in der „Baeckerei „

Ich, Du und die Kunst

Anfang der 80er Jahre war ich 2 Jahre im Kreiskulturhaus Berlin Lichtenberg angestellt. Damals erhielt ich meine Initiation beim Betrachten bildender Kunst vom Leiter der Galerie Sophienstr. Stefan Orendt. Er nahm mir alle Angst und sagte, dass die Hauptsache beim Betrachten von Kunst sei, dass sie mich und meine Gefühle erreiche.

Ich stand damals in ebenjener Galerie vor einem riesigen Mobile (Reinhard Zabka) und schämte mich meiner naiven Staunerei, wollte so gerne etwas dabei denken und auch etwas Kluges sagen. Aber nein, das musste nicht sein, wie ich dann lernte.

Diese Ermunterung war meine Brücke zur Kunst, ich habe sie nie vergessen. Ich habe inzwischen über Kunsttheorie und Ästhetik einige Vorlesungen gehört. Ich habe wirklich viele kleine und auch große Ausstellungen gesehen, habe mir Kunst erklären lassen und bei Vernissagen einleitende und erläuternde Worte gehört. Oft habe ich gedacht: Aha! Interessant! Und mich doch immer ganz selbstbewusst der Kunst nähern können, ohne zu großen Respekt und immer neugierig und nicht unbedingt akademisch.

Die letzte Ausstellung, die ich gesehen habe, ist eine eher kleine, aber sehr heftige in der Galerie „Baeckerei“ in der Gotzkowskystr. Ich kann nur sagen, gut, dass ich meine“Brücke“ habe, sonst würde ich wohl verkrampfen. So kann ich sagen: bemerkenswert merkwürdig, diese Kunst.

Judith Samen

Die aus Gladbeck stammende Judith Samen ist vor allen Dingen für ihre inszenierten großformatigen Fotografien bekannt. Damit hat sie, auch international, einige Aufmerksamkeit erregt. Ihr Werk war immer, mal mehr, mal weniger, provokant. Die Inszenierungen komisch, grenzwertig, fragend, sehr persönlich, schonungslos. Sie hat darüber hinaus in ihrer Kunst auch andere Medien wie Installationen, Videos und Zeichnungen genutzt.

Baeckerei Moabit

Die recht junge Galerie in einer alten Bäckerei hat in den letzten beiden Jahren nicht viele, aber sehr besondere Ausstellungen beherbergt. Thematisch haben sich bisher alle in gewisser Weise auch auf den Ort, die ehemalige Bäckerei mit Verkaufs- und Produktionsstätte bezogen.

Auch die Werke von Judith Samen haben diesen Bezug. Ich will und ich kann das gar nicht beschreiben. Hab selbst ein paar Bilder geknipst.

Im Flur hängt eine kleine ganz zarte Zeichnung, sie ist der Entwurf für eine Installation, die hier erstmals verwirklicht werden konnte – der Wurstwald. Ja, in einem Raum der Galerie hängen mehr als 300 Mettwürstchen vom Himmel. Bitte geht hin und schaut euch das an! Und natürlich ist der erste Impuls: darf man das? Was soll das? Ein Himmel voller Würste à la Butterberg? Ist das schön? Ist das hässlich? Ist das böse? Oder banal?

Wurstwald in der Galerie Baeckerei

Happy Westfalen I
Foto: Hans-Wulf Kunze

Das wird individuell entschieden.

Teigdesaster in der Baeckerei

Wir dürfen ganz sicher gespannt sein auf die Veranstaltung „Teigdesaster“ Geschehnis und Verpflegung mit Judith Samen und Jörg Wagner am 27.Februar um 19 Uhr. Das Mehl ist schon geliefert, mehr ist jedoch nicht verraten worden. Um Voranmeldung wird gebeten.

Mehl für das Teigdesaster von Judith Samen in der Baeckerei am 27.2.2015

Ein Sack Mehl für das Teigdesaster

 

 

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